Wittgensdorf
Zur Lage und Entstehung unseres Heimatortes.
Eckdaten
| Allgemein | Industriedorf mit (ehemals) drei Bahnhöfen, einer Länge von 6 km (B95 bis Chemnitzfluss) und einem Höhenunterschied von 105 m. Vormals Standort von Textilindustrie, Maschinenbau, Handwerk aller Art und Landwirtschaft. Heute ist der größte Industriebetrieb die Gießerei Sachsenguss an der Oberen Hauptstraße; es folgen ein Textilbetrieb sowie verschiedene Handwerksbetriebe aller Branchen und Größen. In vielen der rechts und links der Oberen und Unteren Hauptstraße liegenden Bauerngüter wird noch Landwirtschaft betrieben; größter Landwirtschaftsbetrieb ist der „Wirtschaftshof Sachsenland Röhrsdorf/Wittgensdorf e.G“ mit den Sparten Feld- und Viehwirtschaft, Erneuerbare Energien sowie einer Fleischerei mit zugehörigen Hofläden. |
|---|---|
| Einwohner | 4.033 (Stand Januar 2022) |
| Fläche | 12,54 km² |
| Aktive Vereine | 12 |
Zeittafel
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| um 1150 | Entsteht Wittgensdorf im Zuge des deutschen Landesausbaus durch Siedlungszüge vorwiegend fränkischer Bauern. Ein „Hugo v. Wartha“ wurde für seine Dienste mit Ländereien in der Region Rochlitz, Chemnitz, Glauchau belehnt und wies einem Siedlungszug unter Führung eines „Wittigo“ Rodeland zwischen den Bächen Bara (Bahrebach) und Murschnitz (Holzbach), der Hohen Straße (Leipziger Straße) und der Chemnitzflussaue zu. |
| 1404 | Urkundlich belegte Ersterwähnung: „Er, Johannes, Pharrer zu Wittichendorf … ist Zeuge bei der Verleihung der Kapelle ‚Unserer lieben Frauen‘ zu Markersdorf (bei Penig) an deren Kaplan Thilo Haßen.“ |
| 1648 | Nach dem Dreißigjährigen Krieg setzt eine kontinuierliche Entwicklung der Wirtschaft ein. |
| 1826 | Wittgensdorf wird als großes, volkreiches Fabrikdorf bezeichnet. |
| 1839 | Wahl des ersten Gemeinderates. |
| 1850 | Ca. 2.500 Einwohner. |
| 1856 | Der Rittergutsbesitzer Albanus verliert den Gutsherrentitel und damit die Verfügungsgewalt über das Dorf. |
| 1869/1902 | Der Bau der Eisenbahnen Chemnitz–Leipzig und Chemnitz–Wechselburg fördert die weitere Entwicklung von Industrie und Wirtschaft. |
| 1900 | In Wittgensdorf werden 5.800 Einwohner gezählt. |
| 1902 | Beginn der Elektrifizierung mit dem Bau der Transformatorenhäuser. |
| 1903 | In Wittgensdorf gibt es 5.555 Einwohner, 28 Vereine und 43 Firmen. |
| 1914/18 | Der Erste Weltkrieg bringt auch über Wittgensdorf Leid und Trauer – 200 Gefallene bleiben auf den Schlachtfeldern. |
| 1917 | Am 07.07. verliert die Gemeinde ihr Geläut bis auf die Taufglocke. |
| 1918/20 | Bau des Wasserwerkes und der Ortswasserleitung (genehmigt 1918, realisiert 1919/20). Anschluss an das Gasnetz von Chemnitz (1919). Die Kirche erhält ein neues Geläut aus Eisenhartguss (1920). |
| 1928 | Der Sportplatz am „Bergschößchen“ wird angelegt und erhält 1931 eine Turnhalle. |
| 1935 | Einweihung des neuen Feuerwehrgebäudes in der Ortsmitte. |
| 1938 | Einweihung des neuen Kinos „Filmschau“ nach nur dreimonatiger Bauzeit (Erster Spatenstich 19.08., Bauheben 27.09., Eröffnung 04.11.). |
| 1939 | Beginn des Zweiten Weltkrieges. |
| 1940 | Gasthof „Zur Goldenen Sonne“ wird Unterkunft für Kriegsgefangene und Fremdarbeiter. |
| 1944 | Am 04.03. fallen Bomben auf die Fluren von Wittgensdorf. |
| 1945 | Frühjahr: Chemnitz wird bombardiert; beim Angriff Mitte Februar werden „Hausteins Wäldchen“ und das Wasserwerk bombardiert. – Am 14.04. rückt die US-Armee ohne Kampfhandlungen in Wittgensdorf ein und besetzt das Rathaus. – 08.05. Kriegsende: 320 Wittgensdorfer bleiben auf den Schlachtfeldern zurück. – Sowjetische Besatzung, Bodenreform, Enteignung/Verstaatlichung von Betrieben. |
| 1967 | Das Freibad wird eingeweiht. |
| 1990 | Wende. |
| 1999 | Eingemeindung als Ortsteil nach Chemnitz. |
Eine ausführliche Beschreibung der Ortsgeschichte finden Sie unter dem Menüpunkt Geschichte.